Verlag, Artbook, Dennis de Kort, Kunst, Kunstbuch, Kunstkatalog, Kunstkataloge, Reproduktionen, Sekundenfalle, Privatedition Dietmar Brehm, Band 2.
319 Sekundenfalle-Zeichnungen aus einer Serie von ca. 1500. Verlag, Österreich,

Sekundenfalle


Hardcover, Format 170/235, 352 Seiten, 373 farbige Abbildungen,
2008, Auflage 275 Stück.


ISBN 978-3-9502189-8-5

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Stillstand, länger als eine Sekunde, ist unheimlich.

1980, im August, hatte ich die Idee für das SEKUNDENFALLE-Zeichnen. Ich kaufte einen A4-Millimeterblock und ließ einen SEKUNDENFALLE-Stempel anfertigen. Am 28. 8. 1980 entstand die erste SEKUNDENFALLE (SF), eine Skizze mit Details für ein nie ausgeführtes „Schweine-Bild”. In den ersten SF-Zeichnungen war die Stempelung noch vage, aber nach ein paar Zeichnungen stempelte ich die SF immer in der Mitte des unteren Bildrandes. Das SF-Projekt begann zu wuchern.

Als Folge daraus entstand von 1981 bis 1982 der experimentelle Film SEKUNDENFALLE.

Parallel zu allen filmischen, malerischen, zeichnerischen und fotografischen Arbeiten entstanden, quer durch die 80er/90er Jahre zirka 1200 SF-Zeichnungen. Zahlreiche Ausstellungen konzipierte ich mit SF-Zeichnungen, um manchmal damit die Galeriewände zu tapezieren. 1999 zerstörte ich mehr als die Hälfte der SF. Ich wollte ausschließlich ein SF-Konzentrat und dachte, die Serie ist damit beendet.

Zwischen 1999 und 2003 entstanden die vielen Zeichnungen der CANSONBLOCK-Serie wie auch die Serie der BLUTERREGER. Im Winter 2004/ 2005 begann ich mit der SELEKTION, die Serie der Überzeichnungen und Übermalungen der Kalenderblätter.

Am 1. 1. 2004 begann plötzlich wiederum das SF-Zeichnen. Noch mehr als in den 80er/90er Jahren fing die SF – wie von selbst – zu wuchern an. Die Reflexionsebene wurde vielfältiger. Von Skizzen bis durchgezeichneten Absichten in den verschiedensten Realitätsebenen ist jetzt alles möglich. Ich reagiere auf Alltagsbeobachtungen wie Schatten, Wolken, Dosen und Tuben, Lichtreflexe, Körperdetails und (…), wie auf Kinderbuchvorlagen und diverse Bildwörterbücher, auf Stichwörter aus dem Radio oder auf Stimmungen von CDs (Iggy Pop/Lou Reed etc.), die zumeist im Atelier dröhnen, auf die japanischen Manga pose resource books, vol. 1 basic poses, vol. 2 animals und vol. 3 action scenes, auf Bilder quer aus der Kunstgeschichte, auf unmittelbare Einfälle … In diesem Sinn funktioniert das SF-Zeichnen als Basisdenken für meine Malerei- und Filmarbeit.

Keine Ahnung, wie alt ich werde, ob ich mich vielleicht selbst entsorgen will, aber vermutlich ist es so: irgendwann werde ich keinen Pinsel und keine Film/Video-Kamera mehr halten können, aber das SF-Zeichnen auf dem kleinen A4-Millimeterpapier möchte ich bis zum letzten Augenblick versuchen. Als Leiche werde ich sicher begeistert sein, ein Leben lang an der SEKUNDENFALLE gezeichnet zu haben ...

Dietmar Brehm, Auszug aus dem Vorwort zu „Sekundenfalle”, Januar 2008


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